Mai: Trotz Corona gibt es im deutschen Export auch positive Entwicklungen zu vermelden. Dazu gehören vor allem die Lichtblicke aus dem Handel mit Osteuropa im ersten Quartal diesen Jahres.

Der deutsche Ostexport hat sich im ersten Quartal erstaunlich stabil gezeigt

  • Wider Erwarten nahmen die deutschen Exportumsätze nach Mittel-, Ost- und Südosteuropa, Südkaukasus und Zentralasien leicht zu – um 1,7 Prozent auf insgesamt rund 58 Milliarden Euro.
  • Hervorzuheben ist hier besonders Polen. Dessen Nachfrage nach deutschen Produkten hat in Q1 um mehr als eine Milliarde zugenommen. Damit rangiert das Land nun auf Platz 5 unserer wichtigsten Handelspartner.
  • Auch Kasachstan stach unter den ohnehin schon überdurchschnittlich erfolgreichen östlichen Partnern hervor.  Exporte dorthin erhöhten sich um satte 30 Prozent. Dazu beigetragen hat wohl auch, dass für das Land seit wenigen Monaten wieder Hermesdeckungen verfügbar sind. 
  • Hervorzuheben sind zudem Turkmenistan (+200 Prozent), Belarus (+17 Prozent), Litauen (+9 Prozent) und die Ukraine (+8 Prozent).
  • Gleichzeitig sind Exporte in bestimmte Länder der Region leider merklich zurückgegangen. Während sich der russische Markt im ersten Quartal zumindest als stabil erwiesen hat, ist die Nachfrage in Ungarn, der Slowakei, Slowenien und Armenien durchschnittlich um rund 6 Prozent eingebrochen.

Vieles spricht für eine baldige Erholung

  • Mittlerweise normalisiert sich die Lage nicht nur in den Staaten Mittel- und Osteuropas, sondern auch in Südosteuropa, dem Südkaukasus und Zentralasien. Damit stehen die Chancen auf eine baldige wirtschaftliche Erholung in diesen Regionen gut.
  • Gerade Mittel- und Osteuropa stand vor der Krise bei wichtigen Themen wie Haushalt und Infrastruktur solide da. Zudem wurden dort schneller als anderswo stringente Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung ergriffen, die mit Ausnahme von Russland auch schnell Erfolg gezeigt haben. 
  • Die Region ist krisenerprobt. Oliver Hermes, der Vorsitzende des Osteuropa-Vereins, ist überzeugt, dass die Länder „bereits ganz andere Herausforderungen gemeistert“ haben.

Weitere Lichtblicke

  • Die Situation auf den beiden größten Exportmärkten des Maschinenbaus ist nicht so gravierend wie zunächst angenommen. Nach Angaben des VDMA konnten die Vereinigten Staaten in Q1 ihren ohnehin schon hohen Vorjahreswert nochmals leicht um 0,5 Prozent steigern. 
  • Maschinenexporte nach China sind in Q1 zwar um fast 9 Prozent zurückgegangen. Der Rückgang lag im März jedoch lediglich noch bei rund einem Prozent und damit nur noch knapp unter dem Niveau des Vorjahres. Mittlerweile berichtet der VDMA deshalb von „leichten Entspannungstendenzen“ und einem positiven Ausblick für das Land.
  • Bei der Elektroindustrie ist der Exportrückgang mit 1,8 % in Q1 deutlich niedriger als erwartet. Während die Ausfuhren in die Eurozone im März um 12,0 % gegenüber dem Vj. einbrachen, stiegen die Exporte in die USA und nach China um 6,5 bzw. 7,3 %.
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